Bild: ZDF/Maria Krumwiede
    Neger, Neger, Schornsteinfeger – Bild: ZDF/Maria Krumwiede

    Neger, Neger, Schornsteinfeger

    D 2006
    Deutsche Erstausstrahlung: 01.10.2006 ZDF

    Hamburg 1935. Der neunjährige Hans-Jürgen Massaquoi ist das einzige dunkelhäutige Schulkind im Arbeiterbezirk Barmbek. Seine frühe Kindheit verbrachte er in der Villa seines Großvaters, Momolu Massaquoi, ein liberianischer Konsul (Jonathan Kinsler), der in seine Heimat zurückkehren musste. Seinen Vater hat Hans-Jürgen nie gesehen, nur eine Klarinette ist ihm als Andenken geblieben. Nach dem Umzug in die kleine Wohnung in der Stückenstraße bringt seine Mutter Bertha (Veronica Ferres), eine „weiße“ deutsche Krankenschwester, ihren über alles geliebten Jungen mit Mühe alleine durch. Die Einwohner von Barmbek begegnen dem Exoten mit einer Mischung aus Neugier, Sympathie und versteckter oder offener Diskriminierung. Auf der Straße wird er verspottet: „Neger, Neger, Schornsteinfeger“. Der Kleine begreift seine Situation bei einem Zoobesuch, bei dem er auf einen nachgebauten Kral trifft – samt „echten Buschnegern“, die ihn freudig aus der Besuchermenge herausrufen.

    Bertha hat erst verarbeiten müssen, dass sich der Vater von Hans-Jürgen nie mehr hat blicken lassen. Bei ihrer Arbeit im Krankenhaus lernt sie den Personalchef Franz Wahl (Götz Schubert) kennen, zu dem sie langsam Vertrauen aufbaut und der ihr neuer Freund wird. Franz mag ihren Jungen sehr, und der fühlt sich von ihm wie von einem Vater angenommen. Bertha ist glücklich und wie ein Backfisch verliebt. Doch Franz bekennt sich auch immer stärker zu den Nazis, erst aus Karrieregründen, dann aus Überzeugung. Während er in einen inneren Konflikt gerät, gibt es für Bertha nie einen Zweifel, zu wem sie gehört. Sie ist zu jedem Opfer bereit, um ihren Jungen zu schützen und ihm ein halbwegs sicheres Leben zu bieten.

    Im Weltbild der Nazis ist Hans-Jürgen (Luka Kumi, Steve-Marvin Dwumah, Thando Walbaum) ein „minderwertiger“ Mensch. Aber er er-fährt immer wieder menschlichen Anstand. Frau Möller (Petra Kelling) kümmert sich liebevoll um ihren „Schokoladenkeks“ und verteidigt ihn vor den neugierigen Nachbarinnen. Eisern zu Hans-Jürgen halten seine zwei Freunde Klaus (Benjamin Meyer, Tim Troeger, Max Felder) und Fiete (Theodor Hemprich, Kevin Köppe, Frederick Lau). Klaus ist ein Draufgänger, der Sportreporter werden will. Des sensiblen Fietes Traum sind Traumfrauen und der Job des Hoteldirektors. Die drei Jungen führen bei allen Einschränkungen ein abenteuerliches und entdeckungsfreudiges Leben.

    Immer öfter muss Hans-Jürgen jedoch die Erfahrung machen, dass er nicht dazugehören darf. 1936, mit zehn Jahren, ist er alt genug, um der Hitlerjugend beizutreten. Aber als Nicht-Arier wird ihm der Beitritt verwehrt. Hans-Jürgens Enttäuschung ist grenzenlos … (Text: ZDF)

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    Robert (geb. 1986) am 11.10.2006: Der zweiteilige Film hat mir sehr gut gefallen. Ich habe natürlich vorher das Buch gelesen. Alles war genauso wie ich es mir vorgestellte.Die unglaubliche,aber wahre Geschichte des Hans-Jürgen Massaquoi. Einziger Wermutstropfen in der Verfilmung:Bertha Baetz,die Mutter von Hans-Jürgen, war nicht blond.Veronica Ferres spielt zwar ihre Rolle sehr gut,aber sie hätte sich wenigstens die Haare Braun färben können.Trotz alledem eine wundervolle Buchverfilmung.

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