Deutsche Erstausstrahlung: 03.01.1972 ARD
    Alternativtitel: Monty Python in Deutschland

    Zwischen Tiefsinn und Blödsinn schwanken die Zeichentrick-, Sketch- und Spielfilmsequenzen. Eröffnet wird der Reigen mit einer neuen Wilhelm-Tell-Ouvertüre. Neben allerlei anderem Unfug gibt es noch eine Love- und Laugh-Story von einer holzzahnigen Prinzessin Mitzi und einem O-beinigen Prinzen Walther.

    (Funk Uhr 51/1972)

    1970 war der neue Unterhaltungschef der Bavaria Atelier GmbH auf Suche nach neuen Talenten. Sein Name: Alfred Biolek. Seine Entdeckung: Eine britische Komikertruppe, die seit einem Jahr bei der BBC mit ihrer Serie „Monty Python’s Flying Circus“ für komische Furore sorgte. Biolek war von den Pythons begeistert und machte den Briten das Angebot, eine „Flying-Circus-Sendung“ bei der Bavaria für das deutsche Publikum zu drehen. Einzige Bedingung: Die Show sollte speziell für Deutschland geschrieben werden. Die Pythons schlugen ein und drehten im Sommer 1971 zum ersten Mal in ihrer Karriere mit einer richtigen Kinoproduktionsfirma. Und zwar auf deutsch! Am 3. Januar 1972 lief „Monty Python’s Fliegender Zirkus: Blödeln für Deutschland“ von 21.00 bis 21.45 im ARD. Noch im selben Jahr drehte die Bavaria eine weitere Sendung – „Monty Python’s Fliegender Zirkus: Blödeln auf die feine englische Art“, die im Dezember ’72 ausgestrahlt wurde … (Text: Haffmans Verlag)

    Monty Python’s Fliegender Zirkus – Kauftipps

    Monty Python’s Fliegender Zirkus – Community

    Richard Palermo (geb. 1972) am 16.12.2009: Tja, schön, dass das mal wieder gesendet wurde, aber leider deutlich gekürzt! So fehlt in der ersten Sendung das "Bayerische Restaurant" (5,5 Minuten), der mit Abstand beste originäre deutsche Sketch der Pythons! Ich nehme mal an, aus rechtlichen Gründen... Die erste Folge war heute nur 35 Minuten lang (statt der angekündigten 45), also muss noch weiteres Material fehlen. Schade
    Sascha (geb. 1973) am 01.12.2009: Die 2 Episoden liefen nicht nur 1971/72, sondern auch ca. 1998, da hab ich sie nämlich auf Video aufgenommen. Macht euch mal schlau, Kollegen
    Arthur Lemming (BDA) (geb. 1970) am 31.05.2007: Die Idee von Bio war gut: Neue Komiker aus England importieren zur Auffrischung des furchtbaren Deutschen Humors. Leider hätte man die erste Folge nicht in Deutsch drehen sollen, wo doch vier der sechs ''Pythons'' kein Wort Deutsch sprechen und so die Texte auswendig lernten, was dann wohl ähnlich toll klingt, als wenn ein Deutscher Mandarinchinesisch spricht: ''Iiich kaahn miiit einem Loffel Flättermäusse töttän!'' oder ''Jaaaa, iiich züüüchte seit zääähn Jaaahren Güüünäääkoooloooogäähn!'' um nur einen kurzen Eindruck zu geben! Zugegeben, Cleese spricht ganz gut Deutsch (der hat das auch ein oder zwei Semester studiert) und darum ist er wohl meistens zu sehn. Was die Sketche angeht sind sie recht lustig. Die Olympiade 1972 in München, das Fußballspiel der Philosophen, der Hörgerätesketch und auch das brutale Rotkäppchen sind Klassiker, die später auch ins Englische übersetzt und im Film ''Hollywood Bowl'' verwendet wurden. Also, wenn der mal kommt: Ansehen! Zitat Anita Eckberg: ''Oh Albrecht, Albrecht Dürer, Du reitest durch die Lande!'' Verzeihung, das war gar nicht Anita Eckberg, sondern ein Mann, der sich hinter einem Bild von Anita Eckberg versteckt

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Zwei in Deutschland produzierte Specials von Monty Python’s Flying Circus. Alfred Biolek, damals Produzent bei der Bavaria, hatte die Truppe in Großbritannien gesehen und war begeistert, glaubte aber, dass sie hierzulande im Original nicht funktionieren würde. Er lud sie ein, zunächst eine Sendung speziell für das deutsche und österreichische Fernsehen zu produzieren, mit deutschen Themen – und auf Deutsch. Die Pythons lasen die phonetisch geschriebenen Texte von großen Papptafeln ab. Running Gag dieser Folge war der vergebliche Versuch, Albrecht Dürer zu porträtieren (Nürnberger Maler, der ganz Europa faszinierte mit seinem scharfen Auge, seiner Meisterschaft in Linienführung und Plastizität sowie seiner Leihwagenfirma … ). Ein Jahr darauf wurde eine weitere Folge in Deutschland produziert, diesmal allerdings auf Englisch mit deutschen Untertiteln. Die deutschsprachige Folge ist bis heute nicht im britischen Fernsehen gelaufen, dort aber auf Video erhältlich.

    Beide Specials waren 45 Minuten lang und wurden, im Gegensatz zur britischen Serie, auf hochwertigem Film gedreht. Graham Chapman meinte über die Produktion: Sie ging vermutlich noch einen Schritt weiter als alle BBC-Fernsehshows, was Absurdität und merkwürdige Anfänge angeht, und ihr fehlte jeder rote Faden, der das Publikum bei Verstand halten könnte.

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