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    Kein schöner Land – Bild: WDR

    Kein schöner Land

    D 1985
    Deutsche Erstausstrahlung: 13.09.1985 WDF

    In dieser Serie geht es um einen frisch gebackenen Bundestagsabgeordneten und seine chaotische Familie. Die Mutter hat ’nen Tick, der Sohn ist schwul, die Tochter ist nervig, die Oma klaut im Kaufhaus und der Opa ist ein Nazi. (Text: Stefan Ritters)

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    Monika Lovas (geb. 1958) am 14.06.2013: Franz Liszt ist kein waschechter Burgenländer. Denn sein Geburtsort Raiding gehörte früher zu Ungarn." Smetana und Dvorak seien keine waschechten Tschechen, da ihre Geburtsorte früher zu Österreich gehörten. Ich kann nicht "obere Stufe" deutsch, aber ich glaube zwischen den zwei Behauptungen über Liszt und Smetana/Drorak gibt ein entscheidendes Unterschied - nähmlich die Richtung der Auslegung: wenn Smetana trotztdem waschechter Tscheche sein kann, da er auf ehem österreichischen Boden geboren wurde, dann dürfte Liszt noch mehr ungar sein, wenn er auf ehem. ungarischen Boden geboren wurde. Oder was?
    Prof. Abronsius am 04.08.2005: Manchmal traut man seinen Ohren nicht, welchen SCHWACHSINN man im deutschen Fernsehen zu hören bekommt ! Da sagt Günter Wewel am Ende der Folge Burgenland doch tatsächlich "Franz Liszt ist kein waschechter Burgenländer. Denn sein Geburtsort Raiding gehörte früher zu Ungarn." (1.) Franz Liszt WAR UND IST ein waschechter Burgenländer genauso wie alle anderen, die zwischen 1647 und 1921 im damals politisch zu Ungarn gehörenden Burgenland geboren wurden. Denn die Geschichte des Burgenlandes beginnt nicht erst mit seiner politischen Rückkehr zu Österreich 1921. Vielmehr ist die Identität 'Burgenländer' eine regionale und keine gesamtstaatliche Identität. Allenfalls bei den jetzt im Burgenland lebenden Kroaten könnte man sagen, sie seien keine 'waschechten' Burgenländer, weil ihre (ursprüngliche) Muttersprache eine andere ist als die im Burgenland seit Jahrhunderten fast ausschließlich gesprochene Sprache. (2.) Gemeint war offenbar, daß Liszt kein waschechter Österreicher war. Doch auch diese These ist unglücklich, weil sie Anlaß zu einem verbreiteten Mißverständnis gibt. Denn in der Forschung ist längst gesichert, daß der große Mann keinen einzigen ethnisch ungarischen Vorfahren besaß. Somit ist die Assoziation Liszt/Ungar nichts als ein lange gepflegter Mythos. Die Region Burgenland war zu ungarischer Zeit, nicht anders als heute, ein homogenes deutschsprachiges Siedlungsgebiet. Lediglich einige Amtspersonen sprachen vorzugsweise Ungarisch. Ähnlicher Unsinn wäre, zu sagen, Smetana und Dvorak seien keine waschechten Tschechen, da ihre Geburtsorte früher zu Österreich gehörten. Wofür werden Redakteure eigentlich so gut bezahlt, wenn sie nicht in der Lage sind, ihren Job richtig zu machen ?

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