Deutsche Erstausstrahlung: 11.10.1989 Das Erste

    Fünfminütige Satiresendung, die zunächst mittwochs um 23.00 Uhr nach den Tagesthemen ausgestrahlt wurde.

    Der Satiriker Mathias Richling räkelt sich auf einem ungemachten Bett und kommentiert, auf seine ihm ganz eigene Art, das Wochengeschehen. Nach Protesten aus konservativen Kreisen wurde die Sendung 1990 ins Dritte Programm verschoben.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    1989–1990 (ARD); 1990–1996 (SWR). „Die 5 Minuten-Satire“ mit Mathias Richling, immer mittwochs um 23.00 Uhr nach den Tagesthemen. Der Stuttgarter Kabarettist räkelte sich in einem großen, ungemachten Bett und kommentierte schwäbelnd und schonungslos die aktuellen Nachrichten der Woche und des Tages.

    Schon nach kurzer Zeit regte sich von konservativer Seite Widerstand gegen die ätzende Satire, aber nicht nur von Politikern, sondern auch von ARD-Verantwortlichen, allen voran der NDR-Chefredakteurin Ulrike Wolf, die es grundsätzlich „geschmacklos“ fand, das Zeitgeschehen aus einem Bett heraus zu verreißen. Besonderen Anstoß erregte eine Sendung, in der Richling im Zusammenhang mit der Ausbreitung von Aids den Papst und die katholische Kirche wegen seiner Ablehnung von Kondomen scharf angriff und währenddessen an einem Kondom herumknabberte. CSU-Hardliner Edmund Stoiber schäumte und sprach von einer „Beleidigung der religiösen Gefühle der Gläubigen“. Dass Richling im allgemeinen Mauerfall-Freudentaumel Unbequemes und Unkorrektes sagte und sich immer wieder über den Kanzler lustig machte („Kohl war in Polen, um sich an der Vergangenheit zu labern“), verschlimmerte nur noch die Sache für die mutlosen und zerstrittenen ARD-Programmverantwortlichen.

    Nach nur 16 Folgen musste die Sendung ins dritte Programm. Offiziell hieß es nur, man wolle auch andere Kabarettisten zu Wort kommen lassen. Richling lehnte es aber als verlogen ab, dies innerhalb der von ihm entwickelten Sendung geschehen zu lassen, und hörte abrupt auf. Die ARD verwirklichte das Kabarettisten-Rotationskonzept ein Jahr später unter dem Titel Nachschlag. Richling selbst führte sein Format noch knapp sieben Jahre lang in Südwest 3 weiter. Dort hatte er auch begonnen und bereits seit 1981 im Anschluss an die „Abendschau“ drei bis vier Minuten lang als „schwäbischer Dauerglotzer“ das Zeitgeschehen kommentiert.