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Der schwarze Kanal

DDR 1960-1989

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Deutsche Erstausstrahlung: 21.03.1960 DFF

Karl-Eduard von Schitzler schnitt aus Sendungen des Westfernsehens Kommentare und Passagen heraus, kommentierte und setzte sie wieder in einen Zusammenhang, der den politischen Machthabern in der DDR besser ins Konzept passte, um den Imperialismus vor allem in der Bundesrepublik Deutschland, in den USA und in Israel für die Gefährdung des Friedens und die zunehmend schlechte wirtschaftliche Lage in der DDR und den Ostblockländern verantwortlich zu machen.
Meist wurde der Sinn total entstellt, aber diese Sendung war in Dresden die einzige Möglichkeit Sendungen des Westfernsehens zu empfangen.
(Axel Höber)


Aus dem Fernsehlexikon: Dies tat er anhand von Ausschnitten aus Magazinsendungen von ARD und ZDF, die zeigen sollten, dass das Leben im Westen schlecht sei und die Verhältnisse armselig. Im Vorspann sah man den Bundesadler auf einer Fernsehantenne sitzen. Die Sendung lief auf dem besten Sendeplatz des DDR-Fernsehens, immer montags um 21.30 Uhr nach dem Spielfilm, und erreichte dort eine enorme Abschaltquote. Dennoch machte Schnitzler weiter, insgesamt 1519 Ausgaben lang, bis man ihm die Sendung 1989 wegnahm, als Schnitzler die DDR immer noch vergötterte, diese aber bereits in sich zusammenfiel. Seine letzte Sendung dauerte nur fünf Minuten - die hatte man ihm für eine abschließende Stellungnahme gewährt.
Die Idee zur Sendung kam aus dem Westen: Die Sendung Die rote Optik von Thilo Koch war das Vorbild für den Schwarzen Kanal. Wie Koch musste Schnitzler großen Aufwand treiben, um seine Zuschauer mit vermeintlich entlarvenden Ausschnitten aus dem Westfernsehen schocken zu können - es gab ja noch keine Magnetaufzeichnung. Schnitzler filmte anfangs die Sendungen vom Bildschirm ab.
Zunächst hatte Schnitzler vor allem Originaltöne von deutschen Politikern wie Adenauer, Lübke, Strauß als Aufhänger für seine Polemiken genommen. Nach der Entspannungspolitik der 70er-Jahre gab es die Ansage von "oben", keine Attacken gegen Westpolitiker zu reiten, mit denen die DDR-Vertreter ja immer häufiger an Verhandlungstischen saßen. Daraufhin stützte Schnitzler seine Polemiken nicht mehr so sehr auf konkrete Politiker und ihre Aussagen, sondern auf Zustände wie die Arbeitslosigkeit, die mangelnde Gleichberechtigung der Frau, Waffengeschäfte in aller Welt, übte also "Systemkritik". Als Vertretung von Schnitzler moderierte Heinz Grote.

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Moderation:

Karl-Eduard von Schnitzler

Günter Herlt

(Vertretung)

Heinz Grote

(Vertretung)


Weiterführende Links:
tvforen.de: Beiträge zu Der schwarze Kanal
TV-Wunschliste: Abstimmen für Der schwarze Kanal
DDR im WWW: Der schwarze Kanal
Deutsches Rundfunkarchiv: Die digitalisierten Sendemanuskripte
IMDb - Internet Movie Database
Medienobservationen: Karl-Eduard von Schnitzler und der 'Der Schwarze Kanal'
60 Jahre DDR Fernsehen: Der schwarze Kanal
Der Spiegel: Krankes Bein (1965)
Der Spiegel: Mann gegen Mann (1961)
Der Spiegel: Riesel-Feldschlacht (1960)
Wikipedia: Der schwarze Kanal
Wikipedia: Der schwarze Kanal


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