Er war einer der Rundfunk- und Fernsehpioniere des ORF: Heinz Conrads (geboren 1913) begann seine Karriere mit der Radiosendung „Was gibt es Neues?“, 1957 startete seine Unterhaltungssendung mit Musik auch unter dem Titel „Was sieht man Neues?“ im österreichischen Fernsehen. Einige Jahre später wurde daraus „Guten Abend am Samstag“ (oft mit dem Zusatz „sagt Heinz Conrads“ zitiert) und damit jener legendäre TV-Fixpunkt für ältere Zuschauer, den Publikumsliebling „Heinzi“ bis zwei Monate vor seinem Tod im Jahr 1986 moderierte.

    Der Wiener Conrads begrüßte seine Stammseher jedes Mal mit „Küß die Hand die Damen, Guten Abend die Herrn, Griaß euch die Madln, Servas die Buam!“ und bedachte stets auch „die Kranken zuhause vor dem Fernsehapparat“ und jene „die heute vielleicht allein sind und denen es nicht so gut geht“. In der Sendung wurde mit prominenten Gästen geplaudert und Musik zum Besten gegeben. Conrads selbst betätigte sich gerne als Wienerlied-Interpret. Am Klavier saß jahrzehntelang Gustl Zelibor, der später von Norbert Pawlicki abgelöst wurde.

    Heinz Conrads, der besonders bei den Damen beliebt war, hatte freilich nicht nur Fans. Man munkelte, dass es mit Heinzis Freundlichkeit vorbei gewesen sei, sobald die Kameras ausgeschaltet wurden. Und der Künstler André Heller nannte ihn einen „Rentner-Tarzan mit dem Charme des Altweibersommers“. (Text: Jutta Zniva)

    Guten Abend am Samstag – Community

    Peter Thomas Suschny (geb. 1962) am 30.03.2008: Dürfte nicht so viele Fans haben, ich habe es deshalb immer wieder gerne gesehen, weil ich es freiwillig sah. Für viele meiner Generation war das ganze nicht so lustig, war oft bei Tanten/Onkel oder Oma/Opa-Besuchen ein Pflichttermin, aber bei uns stets freiwillig. Legendäre österr. Vorabendunterhaltung, Nachfolger von "Was sieht man Neues" (im Radio "Was gibt es Neues") und wohl für immer prägend die Begrüßungsformel des Gastgebers Heinz Conrads: Guten Abend, die Damen, Guten Abend, die Herren, Guten Abend, die Mädchen, Servus, die Buam! Habe leider nur eine Folge aus 1985, die ist wohl nicht repräsentativ, da das eine Vorweihnachtsfolge ist, vermutlich eine der letzten, denn zwischen Feber und seinem Tod Anfang April 1986 wird er wohl spitalsbedingt nicht mehr aufgetreten sein, bleibt nur noch der Jänner 1986. Wohl aber ein Tip für Heinz-Conrads-Fans: seine legendären Lieder (meistens aus den frühen 1960er Jahren) wie "Bitt Sie Herr Friseur", "Den Wurschtl kann kana derschlagen" "A schräge Wiesn am Donaukanal" oder auch seine Interpretation des Hermann-Leopoldi-Klassikers "Schnucki, ach Schnucki, foa ma nach Kentucky" hat Joesi Prokopetz 2006 neu aufgenommen, sehr empfehlenswerte CD, in Österreich überall im gut sortieren Fachhandel erhältlich. Beste Grüße

    Cast & Crew