Miniserie in 5 Teilen
    Deutsche Erstausstrahlung: 05.09.1961 DFF

    Zweiter Weltkrieg: Die Geschichte der Wandlung des Oberst Joachim Ebershagen beginnt im Kessel von Stalingrad, wo er anfängt, über den Sinn des Krieges nachzudenken. Als Kommandant von Greifswald findet er kurz vor Kriegsende den Mut, die Stadt kampflos an die Sowjetarmee zu übergeben. Mit seinen Soldaten tritt er den Weg in die sowjetische Gefangenschaft an. Von den unverbesserlichen Kriegern unter seinen Mithätlngen wird er als Verräter behandelt und erkennt, daß er mit diesen Menschen nichts mehr gemein hat.

    Aus der Gefangenschaft entlassen, hilft er als Landrat beim Aufbau auf Usedom. Anläßlich eines Besuches in der Bundesrepublik, wo er mit ehemaligen Kameraden sprechen will, gerät Ebershagen in die Fänge des amerikanischen Geheimdienstes. Er widersteht allen Erpressungsversuchen, die in Zusammenhang mit der Wiederbewaffnung stehen, wird abgeurteilt und in das Kriegsverbrechergefängnis Landshut eingeliefert. Hier erlebt er mit, wie die Nazi-Kriegsverbrecher relativ gut leben, sich auf eine neue Armee vorbereiten und nach und nach in Freiheit kommen. Jahre später wird er aufgrund seines Gesundheitszustandes Entlassen und kehrt nun entgültig heim zu seiner Frau in die DDR. (Text: Auszug von F.-B. Habel aus dem Buch "Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme")

    Gewissen in Aufruhr auf DVD

    Gewissen in Aufruhr – Community

    Knut der Bär am 25.05.2014: Auf DVD kommen demnächst alle 5 Teile, die ersten 3 kenne ich aber an 4, und 5 kann ich mich nicht mehr erinnern
    Thomas F. (geb. 1963) am 18.01.2013: Ich finde es schade, daß das öffentlich-rechtliche Fernsehen eine Großteil seiner Zuschauer gerade aus Ostdeutschland für so unmündig hält, sich eine eigene Meinung zur Zeitgeschichte zu bilden. Nun ja, bei Riverboot und anderem seichten Gedöns müssen die leute nicht denken. Bin gespannt, wann der MDR die "Geschichte Mitteldeutschlands" absetzt und im Tresor verschwinden läßt. Ansonsten kann ich mich nur Herrn G. anschließen.
    Manfred G. (geb. 1962) am 12.01.2013: Nach neuerlicher Ausstrahlung dieses Fernsehfilms habe ich dem MDR folgende Mail geschrieben: Sehr geehrte Damen und Herren des MDR, in den Nächten des 02.01. Und 03.01.2013 liefen drei Teile des Fernsehfilms “Gewissen in Aufruhr”. Laut *wikipedia.de* oder *kabel1.de/filmlexikon* ist dies jedoch ein Fünfteiler. Wo, Bitte, bleiben Teil vier und fünf? Darauf hin erhielt ich vom MDR folgende Mail: Guten Tag Herr G, vielen Dank für Ihre Nachricht. Wir senden im MDR FERNSEHEN nur die Teile 1 - 3. Die Teile 4 und 5 des Doku-Dramas behandeln zeitgeschichtliche Ereignisse nach 1948 in der DDR und der BRD. Diese Darstellung ist sehr stark geprägt von kommunistischer Agitation und Propaganda der SED und bildet die Ereignisse einseitig und tendenziös ab. Aus diesem Grund wird auf die Ausstrahlung dieser Teile verzichtet. Da der 3. Teil eine inhaltliche und dramaturgische Zäsur bildet, ist dies auch möglich. Wir bitten um Ihr Verständnis und wünschen ein gesundes neues Jahr. MDR MAIL ENDE Für mich war diese Antwort nicht akzeptabel und habe dem MDR eine weitere Mail gesendet: Sehr geehrte Damen und Herren des MDR, vielen Dank für Ihre schnelle Antwort zumThema *Gewissen in Aufruhr*, dennoch ist diese für mich nicht nachvollziehbar. Auch die Teile 4 und 5 gehören zur deutschen Zeitgeschichte und zum Gewissen des echten Retters von Greifswald, Rudolf Petershagen. Da ich diese beiden letzten Teile aus Anlass des 100. Geburtstages von Erwin Geschonneck im Haus der Akademie der Künste gesehen habe, kann ich keine *kommunistische Agitation und Propaganda* erkennen. Ich denke, dies hat andere Gründe. Bei einem Besuch in Westdeutschland versuchte man Rudolf Petershagen zum verbleiben in der Bundesrepublik zu bewegen. Da dies nicht klappte, wurde er mit fadenscheinigen Methoden der Spionage bezichtigt und inhaftiert. Vielleicht sollten Sie auch das Buch seiner Ehefrau lesen, mit welchen Mitteln der amerikanische Geheimdienst versuchte, auch mit Hilfe ihrer Mutter Margarete von Lindequist, einer aristokratischen Offiziersgattin, Angelika Petershagen zu manipulieren. Die Nichtausstrahlung empfinde ich als Betrug am Fernsehzuschauer? Oder soll hier absichtlich ein Teil deutscher Geschichte verschwiegen werden? Ich vermute, der mündige Bürger soll nicht erfahren, mit welchen Methoden oben erwähnter amerikanische Geheimdienst mit Feinden oder Verrätern umgegangen ist. Dabei wissen wir, nachdem Taliban - Gefangene im Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base misshandelt wurden, das die Amerikaner keine Heiligen sind. Auch das Massaker von Mỹ Lai 1968, welches von US-amerikanischen Soldaten in Südvietnam begangen und zunächst versucht wurde zu vertuschen, ist heute kein Geheimnis mehr. Wenn Sie der Meinung sind, das die Teile 4 und 5 *kommunistische Agitation und Propaganda* sind, dann erstaunt es mich, das die 16teilige Fernsehserie *Das unsichtbare Visier*, in dem Armin Mueller-Stahl einen MfS Agenten spielte und in Zusammenarbeit mit dem Staatssicherheitsdienst entstand(Quelle: wikipedia.de) , als DVD erhältlich ist. Eine weitere Mail habe ich vom MDR nicht erhalten
    Jörg (geb. 1955) am 18.01.2009: Das Deutsche Rundfunkarchiv in Potsdam verkauft diese zensierten Teile, allerdings läuft am unteren Bildrand eine digitale Uhr mit. Aber da das die fast einzige Quelle ist, hat mich das nicht weiter gestört. Da ich auch das Buch von Rudolf Petershagen gelesen habe, habe ich die Zensur als völlig überflüssig empfunden.
    Andre (geb. 1968) am 30.09.2008: was Teil 4 und 5 betrifft: wenn man in alten Unterlagen des DDR-Fernsehens oder in der TV-Zeitschrift 'FF-dabei' blättert, sieht man, daß diese zumindest ab 1975 in sämtlichen Wiederholungen fehlen-es wurde da immer nur Teil 1 bis 3 wiederholt.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    5 tlg. DDR Fernsehroman nach dem gleichnamigen autobiografischen Buch von Rudolf Petershagen, einem ehemaligen Oberst der Wehrmacht; Drehbuch: Hans Oliva, Regie: Günter Reisch, Hans-Joachim Kasprzik.

    Rudolf Petershagen (Erwin Geschonneck) wandelt sich vom Ritterkreuzträger, Regimentskommandeur vor Stalingrad, Kampfkommandanten der Stadt Greifswald zu einem bewussten Bürger der DDR. Gegen den Wehrmachtsbefehl hatte Petershagen 1945 Greifswald kampflos der sowjetischen Armee übergeben, war dafür von den Nazis zum Tode verurteilt, aber von den Sowjets gerettet worden. Er kehrt erst in den Osten zurück, geht dann in den Westen, um gegen die Remilitarisierung zu kämpfen, wird verhaftet, misshandelt, erpresst, verurteilt, für vier Jahre erst ins Kriegsverbrechergefängnis Landsberg gebracht, dann ins Zuchthaus Straubing. Ihm wird angeboten, freizukommen, wenn er Aggressionsabsichten der DDR nachzuweisen hilft, um die Aufrüstung der Bundesrepublik zu legitimieren. Er lehnt ab. Nach seiner Entlassung kehrt er gesundheitlich geschädigt in die DDR zurück.

    Das Buch war 1957 veröffentlicht worden und sehr erfolgreich. Der Film lief – zufällig – wenige Tage nach dem Mauerbau und bekam dadurch besondere Brisanz. Gewissen in Aufruhr etablierte in der DDR außerdem die später häufig verwendete Form des Fernsehromans. In der ARD liefen wenig später nur drei der fünf Folgen – die beiden, die in der Bundesrepublik spielten, wurden weggelassen.

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