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    Drüben – Bild: MDR

    Drüben

    Vom Roten Osten und Goldenen Westen

    D 2006
    Deutsche Erstausstrahlung: 28.11.2006 MDR

    Die Wahrnehmung der jeweils anderen Deutschen auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs ist in den 70er-Jahren längst von Vorurteilen geprägt. Man hört sie laut oder leise, auf der Straße oder im privaten Kreis: Westdeutsche seien Ellenbogenmenschen, Ostdeutsche Opportunisten. Die einen können überzeugend reden, die anderen vielsagend schweigen. Die einen müssen auffallen, um voranzukommen, die anderen wollen lieber in der Masse untertauchen. Für die Westdeutschen ist Geld wichtig, für die Ostdeutschen Beziehungen. Diese festgefahrenen Bilder kann mancher bis heute kaum abschütteln.

     

    Wie kam es zu diesem Bild vom jeweils anderen Deutschland? Welche Ereignisse in der deutsch-deutschen Geschichte prägten diese Sichtweisen? Welche Rolle spielten die Medien? Welche die persönlichen Kontakte? Und wie hat sich das Bild von „Drüben“ im Laufe der Teilung verändert? Im Mittelpunkt der Dokumentationsreihe stehen die persönlichen deutsch-deutschen Begegnungen wie Klassenfahrten, Rentnerreisen, Sportlertreffen und Transitstreckenerlebnisse. Zeitzeugen dies- und jenseits der Mauer erinnern sich.

     

    Eingebettet sind die Geschichten in das zur jeweiligen Zeit vorherrschende „Drüben“-Bild in den Medien. Deren Einfluss ist immens, denn schließlich kannte die Mehrheit das jeweils andere Deutschland nur über die Medien. Sie bilden einen unerschöpflichen, aus heutiger Sicht vielfach überraschenden, tragisch-komischen Fundus an zeittypischem Getöse. Der erste Teil der Dokumentation konzentriert sich auf die heiße Phase des Kalten Krieges von der Gründung beider deutscher Staaten bis in die späten 60er-Jahre. Der zweite Teil setzt in den Siebzigern ein, wo die Entspannungspolitik die persönlichen deutsch-deutschen Begegnungen erleichtern. Auch wird die weitere Geschichte bis zur Wiedervereinigung erzählt. (Text: mdr)

    Cast & Crew