Deutsche Erstausstrahlung: 25.12.1980 Bayerisches Fernsehen

    Nach dem Tod ihres Vaters Ludwig Graf zu Reventlow, ehemals Landrat in Husum, wo Franziska 1871 geboren wurde, vollzieht sich der endgültige Bruch mit der ganzen Familie. Die 22-Jährige verlobt sich überstürzt mit einem älteren Freund aus dem aufklärerisch-rebellischen Kreis des Lübecker Ibsen-Klubs. Doch dort hält es sie nicht. Mit geborgtem Geld fährt sie nach München, um sich in der damals berühmten Azbe-Malschule ausbilden zu lassen. Ihrem „Sprung in die Freiheit“ des Künstlerlebens entspricht auch der Wille, sich eine eigene, neue Identität zu schaffen. Sie legt ihren Taufnamen – Fanny – ab und nennt sich fortan Franziska Reventlow. In der Münchner Maler-Bohème lernt sie, ohne materielle Sicherheiten zu leben und vor allem zu lieben. Sie wird die Geliebte eines jungen, aus ärmlichen Verhältnissen kommenden Malers, ehrgeizig und besessen vom Künstlertraum. Als sie ein Kind von ihm erwartet, überzeugt er sie davon, dass sie „um ihrer selbst und des Kindes willen“ ihren ahnungslosen Verlobten heiraten muss. Sie tut es im Bewusstsein, dass ihr Sprung in die ersehnte Freiheit wieder mit einer Lebenslüge endet. Sie will das Kind, aber bald nach der Hochzeit erleidet sie eine Fehlgeburt. Das Wiedersehen mit dem einstigen Geliebten ist schockierend: Er lebt in wilder Ehe mit einem Modell und einem Kind in eben jenen trostlosen Verhältnissen, die sie ihm durch ihr Opfer hatte ersparen wollen. Sie gesteht ihrem Mann die ganze Wahrheit, ihr Geständnis führt zur Trennung. (Text: 3sat)

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