Fernsehfilm in 2 Teilen
    Deutsche Erstausstrahlung: 10.08.1980 ZDF

    Mit harter Hand regiert der Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. sein Land und seine Familie. Kronprinz Friedrich (der spätere Friedrich der Große) erträgt den Vater nicht länger. Gemeinsam mit seinem Freund Katte unternimmt er einen Fluchtversuch. Der König lässt Katte hinrichten und zwingt Friedrich, dabei zuzusehen. Danach wird der Kronprinz in der Festung Küstrin eingesperrt. Er ist verzweifelt. Was hat der Vater mit ihm vor? Wird die Festungszeit jemals enden? (Text: Funk Uhr 32/1980)

    Der Thronfolger auf DVD

    Der Thronfolger – Community

    Karsten Faust (geb. 1965) am 26.11.2010: Unglaublich authentisch und sehr nah an den geschichtlichen Fakten! Der Thronfolger ist zu einer Zeit entstanden, zu der das deutsche Fernsehen noch wirklich zu Glanzleistungen fähig war. Nach 1980 (Erstausstrahlung) und 1986 (Wiederholung) ist dieses Stück deuscher Geschichte endlich wieder in durchaus guter Qualität verfügbar. Nicht nur Preußen-Fans und Historiker können sich an dem Zweiteiler erfreuen. Die schweren Jugendjahre Friedrichs des Großen unter der strengen Hand seines Vaters Friedrich Wilhelm I. faszinieren vom Anfang bis zum Schluss, denn die Erzählung über den spektakulären Vater-Sohn-Konflikt beeindruckt auch heute noch. Ganz ähnliche Probleme und Ängste, die die Menschen auch heute noch haben, verfrachtet ins Preußen des 18. Jahrhunderts. Ganz besonders starke Besetzung: Günter Strack spielt den skurril tyrannischen Preußen-Regenten eindrucksvoll und mit viel Passion. Königin Dorothea sehr klasse besetzt von Maria Schell. Aber auch die weiteren Rollen mit Alf Marholm, Siegfried Wischneski (August der Starke), Peter Pasetti und Jan Kollwitz überzeugen mit ihrer authentischen Spielweise. Für mich Höchstwertung! Schade, dass man solche Produktionen heute kaum mehr zu sehen bekommt...
    X am 19.11.2010: Also erstmal muss ich sagen dass die Jugendjahre Friedrich des Großen einiges an Material hergeben für eine spannende Verfilmung. Dies ist bei dieser Verfilmung leider nicht gelungen. Der Film ist dermaßen langatmig erzählt, dass ich es verstehe warum dieser nie wiederholt wurde. Die Schauspieler sind grottenschlecht. Günter Strack passt so gar nicht in die Rolle des Königs. Weder vom Gesicht, noch von die Art wie er spielt. Einzig der Bauch passt. Der Thronfolger kommt dermaßen eingebildet rüber dass man gar nicht begreift warum er fliehen will. Die Freundschaft zu Katte wird überhaupt nur angedeutet. Es war Friedrich bester und einziger Freund. Sie haben geliebt. Das war auch der Grund warum dieser vor den Augen Friedrichs sterben musste. Dies alles wird nicht erzählt, dabei ist das die Kernbotschaft der Geschichte. Auch endet der Film mitten in der Geschichte. Keiner erfährt ob der Kronprinz jemals aus dem Gefängnis kam oder nicht. Von der Versöhnung, der erzwungenen Heirat und Friedrichs Sinneswandel kein Wort. Schade. Ich rate allen zu dem ufa-film von 1935 zurückzugreifen. Der ist zwar eine Stunde kürzer aber erzählt die Geschichte ausführlicher und spannender.
    Siebert (geb. 1966) am 04.09.2010: Wie sehr habe ich mich darüber gefreut, dass dieses - lange nicht mehr wiederholte - Stück Fernsehgeschichte nun endlich auch den Weg zur DVD gefunden hat. Helmut Pigge gilt als Vater des Fernsehspiels in Deutschland - er war der beste Erzähler in diesem Metier. Pigge war übrigens nicht immer ausschließlich als Autor maßgeblich am Erfolg dieser historischen Fernsehspiele beteiligt, sondern z.T. auch Produzent. Zu den größten Erfolgen, an denen er als Autor und/oder Produzent beteiligt war, zählen diese: - 1966 Die seltsamen Methoden des Franz Josef Wanninger - 1971 Operation Walküre - 1973 Die merkwürdige Lebensgeschichte des Friedrich Freiherrn von der Trenck - 1974 Die unfreiwilligen Reisen des Moritz August Benjowski - 1978 Wallenstein - 1979 Der Thronfolger - 1990 Bismarck Solch hochwertiges, anspruchsvolles Fernsehen scheint heutzutage und in Zukunft offenbar nicht wieder produziert zu werden, sehr schade. Ich warte schon sehr lange auf DVDs des Moritz August Benjowski sowie des Trencks. Hoffentlich wird es auch mit diesen Titel mal was, nachdem in den letzten Jahren ja so manches, z.T. unerwartet und rasch, den Weg zur DVD gefunden hat.

    Cast & Crew