Der Prozess

    Der Prozess

    Eine Darstellung des Majdanek-Verfahrens in Düsseldorf

    D 1984
    Dokumentation in 3 Teilen
    Deutsche Erstausstrahlung: 21.11.1984 NDR/RB/SFB III

    Von 1941 bis 1944 wurden im KZ Lublin/Majdanek 250.000 Menschen ermordet. 1975 begann in Düsseldorf ein Prozess gegen ehemalige SS-Bewacher des Lagers. Er dauerte bis 1981. Eberhard Fechner befragte über 60 Personen: Richter, Staatsanwälte, Verteidiger, Angeklagte, ehemalige Häftlinge, Prozessbeobachter. Aus Erinnerungen und Ansichten rekonstruiert er das Geschehen. Er schockt nicht mit Bildserien des Grauens, zeigt keine dramatischen Gefühlsausbrüche, er lässt nur Worte und Gesichter sprechen. (Text: Hörzu 46/1984)

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    3 tlg. dt. Dokumentation von Eberhard Fechner über den Majdanek-Prozess.

    Fechner verfolgte den fast sechs Jahre dauernden Prozess gegen 15 SS Leute, der 1981 mit nur einem Lebenslänglich endete, führte Interviews mit Angeklagten und Zeugen. Aus der überwältigenden Materialfülle machte er einen fünfstündigen Film in drei Teilen und zeichnete mit den Erzählungen der Zeitzeugen, die er ihnen in langen Gesprächen entlockte, das Leben im Konzentrationslager und die Gedankenwelt der Täter in nie gekannter Akribie nach. Die wieder aufkommende Angst, die die ehemaligen Häftlinge, die für den Prozess oft aus Israel oder den USA angereist waren, beim bloßen Gedanken an ihre Peiniger erfasste, kontrastierte er mit der wehleidigen Furcht der Täter vor ihrer Verurteilung.

    Das Ergebnis war ein Meisterwerk, das der ARD aber zu sperrig fürs Massenpublikum erschien. Angeblich wegen der konsequenten künstlerischen Strenge der Behandlung des Stoffes versteckte sie den Dreiteiler nachts in den Dritten Programmen. Erst 1991, zehn Jahre nach Prozessende, schaffte es Der Prozess, auch im Ersten gezeigt zu werden.