Dalziel und Pascoe – Mord in Yorkshire

    Dalziel und Pascoe – Mord in Yorkshire

    GB 1996–2007 (Dalziel And Pascoe)
    Deutsche Erstausstrahlung: 01.10.2006 ZDF

    Im Morddezernat von Wetherton in der Grafschaft Yorkshire hat ein Dinosaurier alle Anpassungswellen an den Zeitgeist überlebt, Andy Dalziel. Sein Name ist sogar für Briten unaussprechlich, so sie nicht des Walisischen mächtig sind. Er spricht sich „Di-Ell“. Das klingt wie eine Abkürzung von Dschungel. Und der Mann ist tatsächlich ein Naturereignis. Detective Superintendent Andy Dalziel – in Deutschland wäre er Hauptkommissar – hat einen Ruf wie Donnerhall. Als Work­aholic, der 24 Stunden am Tag ermittelt, wenn’s sein muss. Als unge­hobeltes, launisches Monster mit gelegentlich unterirdisch schlechtem Benehmen. Als übergriffiger Bluthund, vorsätzlich und hoffnungslos politisch unkorrekt, der so manchen Tatverdächtigen rau anbellt. Und als hervorragender Ermittler in Mordfällen. Wenn er sich verbeißt, ist seine Chefin, Oberkommissarin Veronica Lawrence, immer in Alarmbe­reitschaft und entzieht ihm auch schon mal einen Fall. Um bald einzu­sehen, dass ohne den Alten nichts geht.

    Schwierig, mit Andy Dalziel als Chef auszukommen. Für seinen engs­ten Mitarbeiter, den wohlerzogenen, korrekten Uni-Absolventen Peter Pascoe scheint es unmöglich. Der Musterknabe und das Urviech – wie soll das gehen? Dalziel hasst „feine Pinkel“, ist allergisch gegenüber allen, die sich etwas auf ihre besseren Manieren einbilden. Aber der hochintelligente, diplomatische Pascoe lernt rasch. Nicht nur, die Grobheiten des Alten wegzustecken. Er lernt, sich außer auf Fachwis­sen, auch auf sein Bauchgefühl zu verlassen; er lernt, dass jede Ge­sellschaftsschicht, jedes Milieu, jeder Mörder anders tickt, dass nicht alle im Verhör die korrekte Sprache verstehen und oft die krummen Wege zum Ziel führen.

    Umgekehrt erkennt Dalziel in dem Neuen sofort den hervorragenden Detektiv, die ideale Ergänzung zu seinem eigenen, eruptiven Ermitt­lungsstil. Dalziel klingelt seinen Assistenten auch dann aus dem Bett, wenn er weiß, dass der nicht allein ist. Pascoe, der geschiedene Vater einer Tochter, ist ein Frauentyp und hat ein Privatleben.

    Andy Dalziel dagegen lebt im Grunde nur auf seinen Ermittlungstou­ren. Von Opfern, Tätern, Zeugen abgesehen, ist Pascoe sein einziger Kontakt zum „normalen“ Leben draußen. Der Alte ist Single. Gern gibt er mit galligem Humor zum besten, wie seine Frau vor zwanzig Jahren mit dem Milchmann durchgebrannt ist. Wie verloren und hilflos er sich zuhause auf seinem bunten Sofa am Feierabend fühlt, erzählt er nicht.

    D & P leben und arbeiten in Nord-Yorkshire, einer Region der Gegen­sätze mit windumbrausten Mooren, malerischen Dörfern und ländli­chen Prachthotels rings um moderne Städte. Auch für Briten gilt Yorkshire schon lange nicht mehr als Idylle im Norden. Schon vor dreißig Jahren hat hier der „Yorkshire Ripper“ mindestens 13 Frauen ermordet.

    Nie machen sich die privaten Stränge der beiden so gegensätzlichen Ermittler auf Kosten der spannenden Geschichten breit. Sie bereichern unsere Reise in die dunklen Ecken von Yorkshire und in die Abgründe der Seelen einiger ihrer Bewohner durch so manche Untiefen, wie wir alle sie in uns tragen. Das ist vielleicht eines der Erfolgsgeheimnisse dieser Reihe.

    Reginald Hill hat die beiden Charaktere erfunden. Er gilt auch bei uns mittlerweile als herausragender Kriminalschriftsteller. Das nächste Buch mit D & P, mit Spannung erwartet, erscheint noch in diesem Jahr.

    Die Fernsehfilme mit Warren Clarke, Colin Buchanan und Katy Cavanagh werden im krimiversessenen Großbritannien seit mittler­weile zehn Jahren von den Zuschauern als kongeniale Umsetzungen von Hills eigenwilligen Ermittlern geliebt. Höchste Zeit also für ihren Auftritt in Deutschland.

    Stephan Wiesehöfer, ZDF

    Dalziel und Pascoe – Mord in Yorkshire auf DVD

    Cast & Crew

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