Deutsche Erstausstrahlung: 12.10.1980 ARD

    13-tlg. dt. Lebenstragödie von Rainer Werner Fassbinder nach dem Roman von Alfred Döblin.

    Nach vier Jahren wird Franz Biberkopf (Günter Lamprecht) 1928 aus dem Gefängnis entlassen. Er war wegen Totschlags an seiner Freundin Ida verurteilt worden. Nun möchte er ein neues, ehrliches Leben beginnen, doch das Leben macht es ihm nicht leicht. Immer wieder erleidet er schwere Rückschläge. Zunächst schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch, verkauft gegen seine politische Überzeugung den „Völkischen Beobachter“ und wird Hausierer im Auftrag des Onkels von Lina (Elisabeth Trissenaar), seiner ersten Liebe nach dem Knast. Seine Gefühle werden jedoch enttäuscht, Franz wird depressiv, er trinkt, doch noch gibt er nicht auf. Dann lernt er jedoch die Gangster Pums (Ivan Desny) und Reinhold (Gottfried John) kennen und kommt mit ihnen ins Geschäft. Reinhold will den Mitwisser Franz beseitigen und stößt ihn unter ein Auto. Franz überlebt, verliert dabei aber einen Arm. In Mieze (Barbara Sukowa) findet er eine neue Liebe und schickt sie auf den Strich. Es ist das einzige Einkommen, das die beiden haben. Franz schließt sich erneut der Pums-Bande an und macht damit seinen letzten Fehler. Seine geliebte Mieze wird im Wald von Reinhold vergewaltigt und ermordet und Franz für den Täter gehalten. Er bricht zusammen und wird in die Irrenanstalt eingewiesen.

    Berlin Alexanderplatz war das bis dahin größte Serienprojekt des WDR. Die düstere Serie löste in der Öffentlichkeit kontroverse Diskussionen aus. Vorher hatte es schon Streit um den Sendeplatz gegeben. Nach dem spielfilmlangen Pilotfilm am Sonntagabend liefen die einstündigen Folgen montags um 21.30 Uhr. Früher am Abend wollte die ARD die Serie nicht zeigen, um Kinder von ihr fern zu halten. Regisseur Fassbinder protestierte.

    1931 war Döblins Roman bereits fürs Kino verfilmt worden, Heinrich George spielte damals die Hauptrolle. Die deutlich längere Neuauflage wurde im Jahr nach der TV-Ausstrahlung ebenfalls im Kino gezeigt. (aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier)

    Berlin Alexanderplatz auf DVD

    Berlin Alexanderplatz – Community

    T.Turtle (geb. 1974) am 21.01.2006: Ich finde das R.W.Fassbinder die Serie "Berlin Alexanderplatz"
    sehr düster und brutal dargestellt hat. Trotzdem ein großes
    Lob an die Darsteller von Franz Biberkopf (G.Lamprecht) und dem Kameramann Michael Ballhaus.
    christian (geb. 1967) am 18.02.2004: Ich hab zur zeit der Erstaustrahlung im Radio den Soundtrack aufgenommen. Leider ging die Cassette im Lauf der Zeit verloren. Ich weiß nicht, ob Hanna Schygulla die Gesangstücke gesungen hat (siehe "Lili Marleen"), auf jedenfall wars sehr ansprechend, Musik für die dunkle Jahreszeit, you know.
    Wenn jemand den Soundtrack auf CD abzugeben hätte,....
    Claus (geb. 1960) am 20.08.2003: Mit diesem Mehrteiler spaltete Rainer-Werner Fassbinder die Fernsehnation. Aber mit BERLIN ALEXANDERPLATZ ist es wie mit seinen übrigen Werken: Entweder man mag ihn oder man findet ihn zum kotzen. Wer allerdings auf gehaltvolle Film- und Fernsehkost steht, bei der auf jeden Fall das Hirn gefragt ist, kommt bei diesem genialen Regisseur voll auf seine Kosten.
    christian (geb. 1967) am 23.07.2003: Bei der Erstaustrahlung, die ich damals nicht sah, ging ein Riesenaufschrei durch die Fernsehpresse. Von "Sauerei" bis "Jahrhundertwerk". Sah die Serie letztes Jahr auf Arte, manche Teile waren erzählerisch absolut überflüssig, manche Drehs aber einfach genial. Der letzte Teil, ein Epilog in Spielfilmlänge war dann aber die grösste Frechheit, die ich je vor auf die Mattscheibe gesetzt bekam. wahrlich, ich werde kein Fassbinder-Fan.
    Fazit: Soll jemand aus dem 13-Teiler einen jeweils abendfüllenden Vierteiler zusammenschneiden, dann ists sicher
    ein schönes Fernseherlebnis. Aber 14 Stunden gibt der Stoff nicht her.

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    Cast & Crew

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