Arabella

    Arabella

    D 1994–2004
    Deutsche Erstausstrahlung: 06.06.1994 PRO 7

    Deutschlands erste farbige Talkmasterin wurde in ihrer Heimat Österreich mit dem Jugendmagazin „X-Large“ bekannt. Jung, respektlos und kritisch sollen auch die Themen ihrer neuen Show werden, in der sie ab heute täglich ganz „normale“ Gäste begrüßt. Als Vorbild nennt Arabella Amerikas Talk-Queen Oprah Winfrey – für ein Debüt vielleicht etwas hochgegriffen. (Text: TV Spielfilm 11/1994)

    u. a. mit Abschlussklasse
    siehe auch Arabella sucht!

    Arabella – Community

    Daniel am 19.04.2014: Ich suche die Sendung die am 11.08.1999 ausgestrahlt wurde:
    Jetzt weiß ich endlich, was du im Urlaub wirklich machst!

    Wer weiß wo man diese findet???
    Maxi (geb. 1999) am 29.04.2011: Arabella komm bitte wieder mit deiner Talkshow - die war hamma
    Mike (geb. 1970) am 21.01.2011: Hallo,
    kennt jemand eine Möglichkeit, an einen legalen Sendungsmitschnitt einer Folge dieser talkshow heranzukommen?
    Pro7 selbst gibt telephonisch die Auskunft, daß man Mitschnitte generell nicht anbiete.
    Außerdem muß ich erst nach der genauen Folge suchen können, das Sendedatum ist mir nicht mehr geläufig. Gibt es irgendwo Gesamtauflistungen?
    Ziemlich schwieriger Anfang, ich weiß...
    Grüße,
    Mike
    Gert am 08.09.2008: Schade, dass Arabella nicht mehr talkt. Ich fan sie immer total hübsch und sehr sexy.
    Michael (geb. 1978) am 21.08.2008: Bei allen Talkshows, von Pilawa über Vera bis zu Andreas Türck, war IHRE die mit Abstand Dümmste !!! zusätzlich noch eine an der man am meisten geschnitten hat !! Gott sei Dank ist die durch^^

    Arabella – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Es ist ihr Charme, der sie so einzigartig macht. Arabella Kiesbauers Ausstrahlung fesselt die Menschen im Studio und vor dem Bildschirm. Die gebürtige Wienerin studierte Theaterwissenschaften und Publizistik und arbeitete schon während des Studiums als Moderatorin der Sendung „X-Large“ beim ORF. 1991 kam Arabella zu ProSieben, zuerst als Programm-Moderatorin, seit 1994 führt sie durch ihre eigene Talkshow „Arabella“. Vom Start weg kam diese Show bei Publikum und Kritik sehr gut an. So wurde Arabella 1994 der „Bayerische Fernsehpreis“ und der „BRAVO“-Leserpreis verliehen. 1995 kam „Das goldene Kabel“ hinzu. Arabella lebt in ihrer Wahlheimat München.

    (ProSieben)

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Tägliche einstündige Nachmittags-Talkshow.

    Arabella Kiesbauer gehörte zu den ersten, die nachmittags talkten. Das Konzept war dem von Hans Meiser und Ilona Christen ähnlich, die Themen waren allerdings auf ein jüngeres Publikum ausgerichtet; auch mit rasanten Wackelkamerafahrten setzte sich Arabella von den bedächtigeren Konkurrenten ab. Thema der ersten Sendung war: „Fremdgehen – Lust oder Laster?“ Die zu Beginn 28 Jahre alte Österreicherin hatte zuvor das ORF-Magazin „X Large“ moderiert, das in Deutschland auf 3sat zu sehen war.

    Eigentlich sollte ihre Pro-Sieben-Show bereits im April starten, doch wegen einer Erkrankung – die Talkerin hatte wegen einer „linksseitigen Stimmbandlähmung“ ausgerechnet ihre Stimme verloren – schickte der Sender kurzfristig Lindenau ins Rennen. Während der Ersatz floppte, entwickelte sich Arabella zum Erfolg. Vor allem das anvisierte junge Publikum liebte die Show.

    Für Diskussionen sorgte, dass der Sender um die 25 Drohbriefe veröffentlichte, die die Moderatorin angeblich wegen ihrer Hautfarbe erhalten habe. „Deutschlands erste farbige Moderatorin“ werde von Rassisten bedroht, verkündete Pro Sieben, was viele, auch farbige Kollegen, für Teil einer Marketingkampagne hielten. Im Juni 1995 bekam Kiesbauer eine Briefbombe ins Studio geschickt, die eine Assistentin leicht verletzte. Eine rechtsradikale österreichische Organisation bekannte sich zu dem Anschlag.

    Inhaltlich entwickelte Arabella sich zeitweise zur Krawallshow, in der sich Streitende anbrüllen oder ihrem Gegenüber schockierende Neuigkeiten offenbaren durften. Als die Talkshows im Rahmen der „Schmuddeldebatte“ 1998 ins Visier der Medienöffentlichkeit und aufsicht gerieten, setzte der Sender mehrere Ausgaben kurzfristig ab, darunter „Selbstbefriedigung – warum schläfst du nicht mit mir“ und „Schafft die Huren ab“. Bei einigen Sendungen wurden nur die Titel entschärft: Aus „Ich schäme mich für meinen Busen“ wurde „Meine Formen sind zu weiblich“, und die These „Schwangere sind hässlich“ wandelte sich auf wundersame Weise zu: „Schwanger sein macht schön“. Der harmlose „Alptraum Friseur“ hatte den Originaltitel „Du bist doch bloß ’ne Friseuse!“. Im Juli 1999 ließ Arabella über das Genre selbst diskutieren. Dabei sagte Torsten Rossmann als Sprecher von Pro Sieben: „Wir haben Folgen ausgestrahlt, die wir heute nicht mehr ausstrahlen würden. Haben Sachen gezeigt, die im Nachmittagsprogramm nichts zu suchen haben.“ Aber auch danach gab es noch interessante Themen, so etwa am 31. Januar 2000: „Dein Partner ist das Letzte – sieh es endlich ein!“

    Als der Daily-Talk-Boom Anfang des neuen Jahrtausends abflachte und die meisten entsprechenden Sendungen aus dem Programm flogen, sanken zwar auch Arabellas Quoten, doch sie konnte sich halten. Ende 2002, vor den Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung, gab es jedoch heftige Diskussionen um das zukünftige Konzept. Kiesbauer weigerte sich, ihre Gäste von Laienschauspielern darstellen zu lassen, wie es in den aufkommenden Gerichtsshows und in der Schlussphase des Pro-Sieben-Talks Nicole – Entscheidung am Nachmittag der Fall war.

    Zeitweise verwandelte sie ihre Talkshow stattdessen wochenlang in eine Beziehungsshow, in der junge Paare ihre Liebe testeten, indem beide mit je einem anderen Menschen ausgingen und sich hinterher für „alte Liebe“ oder „neue Liebe“ entscheiden mussten. Diese Idee hatte sie einer eigenständigen Sendung aus den USA entnommen.

    Im Frühjahr 2003 lief innerhalb der Sendung die Doku-Soap „Die Abschlussklasse 2003“ mit 80 Folgen, die jeweils die Hälfte der Sendezeit einnahmen. Im Zuge des Reality-Booms verhalf diese Doku-Soap zweier Schüler, die ihren Klassenalltag mit Videokameras filmten, der Talkshow zu einem Anstieg der Einschaltquote. Arabella habe zuvor einige Szenen aus dem Projekt zu sehen bekommen, hieß es. Für sie „stand sofort fest: Den Film muss ich in meiner Sendung zeigen“. Dass – entgegen früherer Beteuerungen – die Szenen in dem angeblich echten Projekt nachgestellt waren, kam erst später heraus.

    Am 1. September 2003 begann eine neue Staffel, die „Die Abschlussklasse 2004“ begleitete – jetzt auf ein ganzes Schuljahr ausgedehnt. Auch nachdem diese einen eigenen Sendeplatz erhalten hatte, bekam Arabella nicht ihre volle Sendezeit zurück, sondern moderierte in der ersten halben Stunde Das Geständnis, ein so genanntes Plug-in mit erfundenen Geschichten und Laiendarstellern. Der Kandidat, der ein meist irgendwie sexuelles Geständnis zu machen hatte, verbarg sich immer hinter einer Schattenwand, die nur seinen Umriss zeigte.

    Ebenso wie die Abschlussklassen hatte Das Geständnis regelmäßig bessere Quoten als die eigentliche Talkshow, so dass Pro Sieben sie zum zehnjährigen Jubiläum absetzte. Arabella hatte eigentlich ab Herbst das auf eine Stunde ausgedehnte Geständnis moderieren sollen, ihr Unbehagen an dem Trend zu erfundenen und immer extremeren Geschichten aber öffentlich gemacht. Pro Sieben trennte sich daraufhin im Streit vollständig von seinem bekanntesten Gesicht, das ironischerweise gerade vorher noch aus einer Umfrage als glaubwürdigste Moderatorin hervorgegangen war.

    Bis zum 6. August 2004 liefen auf dem täglichen Sendeplatz noch Wiederholungen.