Amiga-Cocktail

    Amiga-Cocktail

    DDR 1958–1964

    Live-Show aus dem Friedrichstadt-Palast in Berlin, in der bekannte Künstler und Interpreten auftraten und ihre neuesten Schlager präsentierten, die auf dem DDR-Musiklabel „Amiga“ veröffentlicht wurden.

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Erfolgreiche Live-Show mit Musik aus der DDR, präsentiert von Heinz Quermann und Margot Ebert, live aus dem Friedrichstadt-Palast.

    Zweimal jährlich traten im Amiga-Cocktail, meist am Sonntagmittag zu Feiertagen, gelegentlich auch anlässlich großer Veranstaltungen, Interpreten mit neuen und erfolgreichen Titeln aus der Produktion des einzigen DDR-Plattenlabels Amiga auf. Es waren meist konventionelle Schlager, später mischten sich aber auch Twist- und Beat-Rhythmen darunter.

    Die Show war dicht am Puls der Jugend, und genau das wurde ihr zum Verhängnis: Die zwölfte Sendung am 17. November 1964 kam ausnahmsweise an einem Dienstagabend, wieder live aus dem Friedrichstadt-Palast. Das Saalpublikum feierte frenetisch die Beat-Nummern der Sputniks und des Franke-Echo-Quintetts, die auch am Bildschirm entsprechend umgesetzt waren und diesen Amiga-Cocktail im Nachhinein wie einen frühen Vorläufer des Beat-Club wirken ließen. Der Auftritt des Hemmann-Quintetts mit mehreren Hits der Beatles ließ die Show fast zusammenbrechen. Der Versuch von Heinz Quermann, die nächste Nummer anzusagen, scheiterte, die Zuschauer setzten noch eine Zugabe durch, die deutsche Version von Elvis Presleys Bossanova Baby. Das Publikum wollte danach noch mehr Beat; es bekam aber die Schlagersängerin Vanna Olivieri, die gnadenlos ausgepfiffen wurde.

    Das DDR-Fernsehpublikum war geschockt. Solche Exzesse kannte es nur aus dem Westen. Besonders peinlich war den Verantwortlichen, dass es sich um eine Intervisionssendung handelte, die auch in anderen Ostblockländern live ausgestrahlt wurde. Danach gab es nie wieder einen Amiga-Cocktail.