1 X 7 = 65

    1 X 7 = 65

    DDR 1959–1960

    Rätselspiel mit Wolfgang Reichardt um den Siebenjahresplan.

    Zwei Prominenten-Mannschaften müssen durch Befragen eines Gastes ein bestimmtes Detail aus dem Siebenjahresplan erraten. Solange er mit Ja antwortet, dürfen sie weiterfragen, bei einem Nein ist das andere Team an der Reihe. Zu erraten ist z. B. die Stadt, der der Gast als Bürgermeister vorsteht, der Beruf des Gastes oder das Projekt, an dem er arbeitet. Bei einer Publikumsfrage kann ein Zuschauer zu Hause mit der richtigen Antwort einen Trabant gewinnen.

    Das Fragespiel war eine Variante von Was bin ich?, z. B. kündigte auch hier ein Gong an, dass die Antwort für die Zuschauer eingeblendet wurde. Die Sendung insgesamt hatte mit einem heiteren Ratespiel aber nur wenig zu tun – was schon beim merkwürdigen Titel anfing. Das eigentliche Bestreben der Sendung nannte Wolfgang Reichardt gleich zu Beginn: „Wir wollen Ihnen Menschen vorstellen, die an hervorragender Stelle an der Verwirklichung des Siebenjahrplanes mitarbeiten.“ Entsprechend technokratisch war die Sprache der Sendung, und entsprechend verklemmt fragten die Kandidaten. Dass ein pädagogisches Interesse in eine Quizshow verkleidet wurde, war typisch für die damaligen Unterhaltungssendungen im DDR-Fernsehen, doch die Strategie ging nicht auf: Das Publikum war nicht beeindruckt, auch intern gab es Kritik an der Umsetzung. Sieben Ausgaben von 40 Minuten Länge liefen an verschiedenen Wochentagen im Vorabendprogramm.

    Ein ähnliches Konzept hatte die Sendung Die Gute Sieben – dort ging es nicht um den Siebenjahresplan der DDR, sondern um den der KPdSU. (aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier)

    Cast & Crew